Archiv für den Monat August 2013
Goethe und Shirts
Heute ging es ins Goethe-Institut. Im offenem Innenhof war eine Ausstellung über den Granshan-Wettbewerb. Hier werden jährlich die besten nicht-lateinische Schriften ausgezeichnet – u.a. armenisch, griechisch und kyrillisch.
Der nächste Programmpunkt war wieder in einem Einkaufszentrum (Central World). Wir wollten wieder mit dem Taxi fahren, was sich als gar nicht so einfach heraus stellte. Da gerade Rush-hour war, hatten nur wenige Lust, uns dorthin zu befördern um dann, nachdem wir ausgestiegen sind, im Stau zu stehen. Irgendwann konnten wir aber dann doch welche überreden.
(Das hat jetzt schon mehrmals dazu geführt, dass wir mittags sehr lange brauchen, bis wir mit dem Taxi beim nächsten Programmpunkt ankommen. Wo es geht fahren wir deshalb mit dem Boot, der Metro, der Sky-Train oder gehen zu Fuß.)
Auf dem Weg dorthin kamen wir wieder in einen Platzregen. Zum Glück waren wir alle im Taxi als es losging. Am Ziel angekommen, schüttete es immer noch in Strömen und es wollte keiner so recht aussteigen. Blasius, ein Teilnehmer aus unserer Gruppe, fasste sich ein Herz und sprang als erstes raus … und versank sofort (immerhin Wadentief) in den Fluten am Straßenrand. Beinahe wären ihm die Badeschlappen weggespült worden. Wir schauten uns dieses Drama an und entschieden uns dann, den Taxifahrer zu bestechen, damit er uns nicht in den Weltuntergang raus schickt. Er fuhr uns dann zum Hoteleingang auf der Rückseite des Einkaufszentrums. Von dort konnten wir durch die Tiefgarage trockenen Fußes ins Einkaufszentrum gehen.
Dort empfing uns ein junger Unternehmer, der gerade eine T-Shirt-Fabrik von seinem Vater übernimmt. Dabei versucht er über neue T-Shirt-Designs neue Käuferschichten zu erschließen. In seinem Laden »Designiti« verkauft er diese direkt an den Endkunden. Er setzt hauptsächlich auf Nord-Thailändische Designer, weil hier seiner Meinung nach das Potenzial größer ist. Er zeigte uns eine Auswahl aktueller T-Shirt-Designs. Es waren sehr schöne Sachen mit gute Ideen dabei, viele mit thailändischen Motiven aber relativ »westlichem« Design.
Außerdem besuchten wir noch die Buchhandlung »Mahuna«. Deren Besitzerin Kiaos ist die Tochter eines bekannten thailändischen Dichters, der auch regelmäßig im TV auftritt und dessen Bücher hier verkauft werden. Außerdem war hier auf den ca. 30 qm das Organisationsbüro der Gransham-Konferenz mit bis zu fünf Mitarbeitern. Das ist etwas, was wir in Thailand gelernt haben: Hier wird nicht lange abgewägt, sondern einfach mal gemacht.
Sonntag ist Shoppingtag
Anders als in Deutschland kann man in Thailänd auch am Sonntag einkaufen. Für uns war heute Shoppingday angesagt.
Zuerst fuhren wir zu einem sehr großen Markt mit 5.000 Stände, zum »Chatuchak weekend market« (the world’s largest weekend markets). Auch hier wieder: So. Viele. Menschen!
Auf dem Markt kann man stundenlang unterwegs sein. Ich habe endlich einen Sonnenhut gefunden. Michi hat ihn für mich von 190 Bath auf 170 Baht herunter gehandelt (Umrechnungskurs: 40 Baht sind etwa 1 Euro), also um ca. 25 Cent billiger. Bei diesen Preisen hat man aber beinahe ein schlechtes Gewissen, wenn man am Preis noch rumverhandelt.
Außerdem wollten wir Gewürze kaufen. An einem Stand hat ins der Verkäufer verschiedene probieren lassen, u.a. gelben, roten und grünen Curry. Gut, das wir kurz vorher Wasser gekauft haben. Das Zeug ist schon etwas scharf. Wir entschieden uns dann für 200g grünen Curry, die uns der Verkäufer so aber nicht geben wollte. Er fragte uns immer, für wieviele Leute wir kochen wollen. 100g reichen für ca. vier Personen. Jetzt haben wir also grünen Curry für acht Personen.
Dann ging es weiter zum MBK und Siam Paragon. Das sind mehrere sehr große Einkaufszentren. Dort gibt es neben den unzähligen Einkaufsläden auch ein Aquarium und ein Madame Toussad.
Nach dem Shoppen besuchten wir das »Thailand Creative & Design Center« (TCDC), sozusagen die asiatische tgm – nur mit viel mehr Mitgliedern (Umrechnungskurs: 40 TCDC-Mitglieder sind etwa 1 TGM-Mitglied). Diese Vereinigung ist ebenfalls in einem Shoppingcenter untergebracht. In der Designausstellung »What is design?« wurden auf einer Zeittafel die wichtigsten Meilensteine des Designs nach Jahre und Länder aufgelistet. Ein paar Designstücke, sortiert nach Länder, waren auch als Objekte ausgestellt. Für Deutschland stand ein Plattenspieler von Dieter Rams (Braun) und der Stahlrohr-Stuhl von Marcel Breuer (Bauhaus). Nebenan wurden in einer weiteren Ausstellung aktuelle Designstücke aus Thailand gezeigt, die sich unter anderem kreativ mit den Überschwemmungen der letzten Jahre auseinander setzen. Michi besuchte noch kurz die riesige Design- und Kunst-Bibliothek des TCDC.
Zum Abendessen gingen zu einem Straßen-Restaurand »Pad Thai« in der Nähe des Golden Mount (Tempel, der ehemals die höchste Erhebung Bangkok war). Das Essen wurde im Freien in einem großen Wok gekocht. Es gab leckere Glasnudeln mit Gemüse und Ei.
Man schaffte es dort, obwohl bereits alle Plätze besetzt waren, innerhalb von nicht einmal 10 Minuten für uns 15 Leute einen zusammenhängenden Tisch zu organisieren! Nachdem serviert wurde, waren auf unserem Tisch über 20 Teller verteilt. Die Bedienung hat sich da wohl etwas verrechnet. Macht aber nichts. Schließlich war das Essen lecker, wir hatten großen Hunger und beim Bezahlen hat einfach jeder ein paar Scheine in einen Korb gelegt.
Zum Ausklang des Tages gingen wir dann noch zum Obst- und Gemüsemarkt »Bobae«. Das ist bei unserem Hotel gleich um die Ecke. Der Markt hat offiziell bis 4 Uhr morgens geöffnet, aber eigentlich ist hier immer was los, da viele Verkäufer in ihrem Stand auch Wohnen. Das merkten wir auch daran, dass einige Verkäufer Fernseher schauten, schliefen, oder Gemüse bzw. Fleisch für morgen vorbereiteten. Aus unserer Gruppe wollte jemand Mangos kaufen. Er musste sich erst durch ein paar Stände durchfragen, bevor er jemanden gefunden hat, der Lust hatte, mit ihm jetzt Geschäfte zu machen.
Heute sind wir sehr viel gelaufen, laut meinem Schrittzahler waren wir fast 15 km unterwegs.
Thais lieben Farben. Das erkennt man u.a. daran, dass alles (Häuser, Boote, Autos, Güterwaggons) in kräftigen Farben gehalten ist.
Überall findet man einfarbige Fahnen. Sehr häufig gelb, das für den König steht, der an einem Montag geboren ist, welcher im Buddhismus mit Gelb symbolisiert wird. In Phuket haben wir dagegen viele violetten Farben gesehen. Diese stehen wohl für die jüngste Tochter des Königs. Demnächst ist hier Muttertag. Zur Ehren der Mutter des Königs werden in Bangkok gerade überall hellblaue Fahnen aufgehängt.
Königsgelb, Königsviolet und Königsblau
Ankunft in der Stadt der Engel
Bangkok ist eine Wucht! Überall wimmelt es von Menschen die scheinbar alle unterwegs.
Nachdem wir am Flughafen von kleine Bussen abgeholt wurden, die auch aus aus einem indischen Bollywood-Film stammen könnten, ging es ins Prince Palace Hotel. Dieses 5000-Betten-Hotel, bestehend aus drei Türmen, liegt ziemlich zentral in Bangkok, direkt am Fluss mit einer Bootsanlegestelle vor dem Haus. Das Grundstück und auch das Hotel selbst gehört dem König – daher auch der Name. Unser Zimmer befindet sich im 29. Stock (von ca. 32). Hier finden auch oft Kongresse und Riesen-Hochzeiten statt. Da kurz vor uns aber auf einem Schlag 500 Besucher abgereist sind, verzögerte sich unser Check-in etwas.
Nach einer kurzen Einführung wollten wir dann gleich mit unserem nächsten Programmpunkt fortfahren, wir haben schließlich schon genug Zeit verloren. Aber dann ging es auch noch mit unserem zweiten großen Regen während unserer Reise los. Also noch mal eine weitere halbe Stunde abwarten.
Nach vier Uhr wollten wir endlich mit dem Bus zum Fluß Chao Phraya. Da an der Haltestelle gerade der Verkehr dicht war ging es zunächst zu Fuß ein paar Stadtionen weiter. Mit dem Boot führen wir dann bis zur Endhaltestelle Nontaburi, wo uns ein Markt erwartete, der sich links und rechts an der Hauptstraße befindet. Hier gibt es unter anderem frische Meerestiere, andere Lebensmittel, Kleidung und Haushaltswaren zu kaufen. Weil dieser Markt etwas abseits gelegen ist, haben wir dort relativ viele Thais, bzw. weniger Touristen gesehen.
Im Fluss-Wasser neben dem Markt schwimmen teilweise so viele Fische, dass einzelne Fische kaum mehr mit Wasser bedeckt waren.
Während des Sonnenuntergangs ging es zurück in die Stadt in den Brown Sugar Jazz Club, der so ähnlich auch in New York stehen könnte. Zum Abendessen gab es Live-Musik. Wir bestellten uns zu Dritt einen Krug voll Heinecke-Bier. In München wäre diese Krug aber nicht einmal als Maß für eine Person durchgegangen.
Im zweiten Stock des Gebäudes befindet sich die Ausstellung zur Granshan-Konferenz, an der die tgm (Typographische Gesellschaft München) als Organisator beteiligt ist (und die auch den ursprünglichen Anlass dieser tgm-Reise bildete). Ausgestellt waren Poster der Reihe »Typo-Lyrics«. Ursprünglich war dies ein deutsches Buchprojekt: Gestalter sollten jeweils ein Lied in Posterform visualisieren. Später kamen dann noch armenische Lieder hinzu. Zu Granshan wurde diese Sammlung nun auch durch Poster mit Entwürfen von thailändischen Gestalter ergänzt, die thailändische Songs darstellen. In die jeweiligen Lieder konnte man mit einem MP3-Player reinhören. Für uns gab es Klebe-Tatoos, body-Lettering, Freibier und zum Ausklang des Abends eine Party.
PS: In Chiang Mai war im Hotel das Internet recht langsam, weshalb das Veröffentlichen unserer Einträge etwas gedauert hat. Leider gibt es hier in unserem Hotel in Bangkok gar kein freies Internet. Für diesen Eintrag haben wir jetzt ein Voucher gekauft.
PPS: Ach ja, Michi geht es inzwischen wieder gut!
Bis jetzt haben wir von der Regenzeit noch nicht so viel mitbekommen. Das hier sind Bilder unseres ersten richtigen Regens. Da hilft nur noch Unterstellen.
Ruhetag (ungewollt)
Heute stand u.a. ein Besuch in einer Papiermühle außerhalb von Chiang Mai an, zu diesem wir unfreiwillig verzichtet haben. Michi fühlte sich nicht ganz wohl (Schwindel und Bauchweh) und wir gingen stattdessen lieber zum Arzt. Es stellte sich heraus, dass ihm das thailändische Wetter (sehr hohe Luftfeuchtigkeit und sehr warm) und auch das Essen Probleme bereitete. Er hat eine Medizin verschrieben bekommen. Tabletten und Behandlungs-Servicegebühr kostete umgerechnet 2,50 Euro.
Nach dem Arztbesuch hat Michi heute geschlafen. Auch ich habe den Tag ruhig verbracht.
Abends gönnten wir noch eine Thai-Massage. Mir reichten 10 Minuten, Michi hat sich eine einstündige Massage geben lassen.
Heute erlebten wir zum ersten Mal ein Gewitter mit einem heftigen Platzregen. Bisher haben wir von der Regenzeit (Monsumregen) zum Glück noch nicht viel mitbekommen. Aber jetzt war es so heftig, dass wir auf dem Weg vom Tuk Tuk zum Hotel (weniger als 100 Meter) komplett durchnässt wurden. Bei diesem Regen hilft nur: unterstellen und abwarten.
In Chang Mai sind wir schon oft mit den Tuk Tuk gefahren. Es macht Spaß, mit den kleinen roten Autos rumzufahren. Auch ist es hier üblich, in einen bereits besetzten Tuk Tuk einzusteigen, wenn unser Ziel auch auf deren Fahrstrecke liegt.
Morgen früh geht es mit dem Flugzeug weiter nach Bangkok.
1. Tag der Studienreise
Heute morgen fuhren wir über eine sehr lange kurvenreiche Straße den Berg hinauf zum Tempel Wat Phra That Do Suthep. Gegen diesen Berg ist unser Giesinger Berg nur eine leichte Bodenunebenheit. Als wir endlich oben angekommen sind, ging es noch einmal über eine hohe Treppe (200 Stufen) zur buddhistischen Tempelanlage hinauf. Dieser Weg ist ein Sinnbild für die buddhistische Lehre, wonach man das Augenmerk auf den (langen) Weg richten soll, nicht gleich auf’s Ziel. Jeder konnte für sich alleine die Tempel besichtigen.
Danach fuhren wir weiter in die Galerie von Wattana Wattanapun. Der Künstler beschäftigt sich unter anderem mit den Auswirkungen von staatlichen Umsiedlungsprogramme und mit traditioneller Thailändischer Kunst. Es waren einige schöne Bilder dabei, beispielsweise eine Serie, in dem traditionelle Stoffmuster mit beinahe kalligrafisch anmutenden breiten Strichen verbunden waren.
Weiter ging es in das Textilmuseum der Nationalbank. Hier gab es nochmals eine Einführung zur Herstellung und Bedeutung der thailändischer Stoffmuster.
Obwohl (oder weil?) es sich hierbei um eine Staatliche Einrichtung handelt, griff man bei der Wahl der Schriften für die Ausstellung auf die eher langweiligen Comic Sans, Verdana und Eurostyle zurück.
Dann ging es in das Containermuseum 31st Century Museum of Contemporary Spirit, das halb im Dschungel lag. In den Container wurde uns ein paar Werke gezeigt. Außerdem
durften wir das Atelier betreten. Diese ungewöhnliche Haus hat der Künstler selber gebaut, mit Löcher im Boden und der Decke. Durch diese Löcher wächst ein Baum, der vor dem Haus schon da war. Es war heute sehr schwül und es gab sehr viele Mücken. Wir sprühten uns alle immer sehr fleißig ein.
Bevor wir zurück in unser Hotel gingen, haben wir noch einmal einen Abstecher zum Tempelkomplex Wat Umong gemacht.
In Thailand ist es üblich, die Schuhe auszuziehen, wenn man einen Raum betritt. Egal, ob in der Galerie, dem Museum oder den Tempel. So oft wie heute haben wir unserer Schuhe noch nie an- und ausgezogen.